Zu einem großen Teil lebensuntüchtig und arbeitsunfäghig- so sieht der deutsche Jugendpsychiater Michael Winterhoff einen nicht näher definierten "hohen Prozentsatz" heutiger Jugendlicher und junger Erwachsener. So weit, so (alt-)bekannt, ist man vorschnell versucht, darauf zu antworten.
Frappierend für mich- und darum poste ich es hier- ist sein Erklärungsansatz:
Unsere Psyche ist so angelegt, dass sie eigentlich mit jeder Situation klar kommen kann, indem sie es immer schafft, irgendwo Punkte der Normalität festzumachen. Das nennt man Kompensation. Das Tragische ist, dass die rasante Entwicklung der letzten 15 Jahre uns dermaßen überfordert, dass wir in Gefahr sind, über das Kind zu kompensieren. Wir leben in einer Zeit, in der es keine positive Perspektive gibt. Da fehlen Anteile im Leben wie Glücklich- und Zufriedensein. Da ist die Gefahr groß, dass ich mir das, was mir fehlt, über das Kind hole: Sein Glück ist auch mein Glück. Daraus entsteht eine Verschmelzung der Psychen. Eltern fühlen für ihr Kind, denken für ihr Kind, gehen für ihr Kind in die Schule.
das gesamte Interview mit winterhoff findet sich in der gestrigen Ausgabe derZeitung "Die Presse"- hier online
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